Foto: 2019Das Melbbad soll für immer geschlossen werden. Der Rat entscheidet am 24. September. Wir haben ein Bürgerbegehren gestartet – damit stattdessen die Bonnerinnen und Bonner entscheiden. Wie 2020, als 74.955 Wähler und Wählerinnen bereits stadtweit für den Erhalt des Melbbads gestimmt haben.
Die Abstimmungsfrage:
„Soll das Melbbad entsprechend dem Planungsauftrag des Rates vom 25.08.2022 als städtisches Freibad wiedereröffnet werden?“
Der Rat hat die Sanierung des Melbbads mehrfach beschlossen. Warum sie jetzt trotzdem gekippt werden soll und warum wir das für falsch halten: unsere Begründung.

Unterschriftenliste herunterladen, ausdrucken, unterschreiben – und per Post an Dr. Kai Schröder, Trierer Str. 100, 53115 Bonn senden:
Die Verwaltung schlägt dem Rat vor, das Melbbad „dauerhaft aufzugeben“. Auf dem Gelände sollen unter anderem kommerzielle Padel- und Kletterhallen entstehen – in Erbpacht. Die Entscheidung fällt am 24. September 2026 im Rat.
Wir haben am 13. Juli beim Oberbürgermeister ein Bürgerbegehren angezeigt. Jetzt haben wir alles von der Stadt erhalten, so dass die Unterschriftensammlung beginnen kann. Wir brauchen rund 10.000 Unterschriften von wahlberechtigten Bonnerinnen und Bonnern ab 16 Jahre – aus allen Stadtbezirken.
Über Jahrzehnte war das Melbbad ein bezahlbarer Treffpunkt und Erholungsort für Menschen aus allen Bevölkerungsgruppen. Beim Bürgerentscheid im November 2020 stimmten 74.955 Bonnerinnen und Bonner, 77,18 % der gültigen Stimmen, für den Erhalt des Bades ohne Wohnbebauung. Aus unserer Sicht zeigt dieses Ergebnis, wie wichtig das naturnahe Bad für die Bonner Bevölkerung ist.
Seit dem Starkregen im August 2020 ist das Melbbad geschlossen. Danach brachte der Rat die Erneuerung mehrfach auf den Weg: 2021 beauftragte er eine zweite Machbarkeitsstudie, die sich auf „die absolut notwendigen Maßnahmen zur Wiederinbetriebnahme des Melbbades“ beschränken sollte, also auf ein eingeschossiges Funktionsgebäude und die Erneuerung der Schwimmbadtechnik. Auf dieser Grundlage beschloss der Rat den Planungsauftrag, der in unserer Abstimmungsfrage genannt ist (Drucksache 221653). 2025 wurde dafür ein Generalplaner beauftragt.
Auf das Unterschriftenblatt müssen wir die Kostenschätzung der Stadt drucken – im Detail nachzulesen in unserer Unterschriftenliste. Wir haben dazu einige Fragen, die die Stadt uns noch nicht beantwortet hat – ihr könnt mehr hierzu unten unter Häufige Fragen nachlesen. Der von der Stadt beauftragte Generalplaner berechnet die Erneuerung mit ca. 23,9 Mio. Euro; mit Risikozuschlag und Baupreissteigerung nennt die Stadt ca. 29 Mio. Euro.
Aber auch wenn das Melbbad aufgegeben wird, kostet das Millionen: Abriss, Umgestaltung, verlorene Planungskosten. Nach den teuren Erfahrungen mit WCCB und Beethovenhalle plant die Stadt mit „Zukunft Stadthausareal“ und „Zukunft Bonner Bühnen“ schon die nächsten Großprojekte mit veranschlagten Kosten von zusammen rund 1.200 Mio Euro. Offensichtlich fehlt es nicht an Geld, sondern an der Bereitschaft für den Erhalt der Bonner Bäder.
Alle Zahlen im Einzelnen: unten unter Häufige Fragen.
Zwei Freibäder für 155.000 Menschen. Knapp die Hälfte der Bonner Bevölkerung – 155.000 Einwohnerinnen und Einwohner leben im Stadtbezirk Bonn. Zwei Freibäder für diesen großen Bezirk (Römerbad und Melbbad) sind eine angemessene Versorgung. Dies steht auch so im Bäderkonzept,
das durch Bürgerbeteiligung entstanden ist und im Rat 2020 beschlossen wurde.
(Rahmenplan Bäder 2020)
Die Zahl der heißen Tage in Bonn steigt. Das Melbtal ist eine der wenigen Kaltluftschneisen der Stadt, über die nachts kühle Luft von Kreuzberg und Venusberg hereinströmt. Es muss unbebaut und als grüne Oase erhalten bleiben. Im Melbbad fanden schon bis zu 5.557 Menschen an einem einzigen Tag Abkühlung und Erholung. Das Bad ist ein Gesundheitsangebot für alle Altersgruppen und mit seiner zentralen Lage Treffpunkt für Kinder, Jugendliche und Familien.
Beim Bürgerentscheid 2020 sprachen sich 74.955 Menschen (77,18% der gültigen Stimmen) für den Erhalt des Melbbads aus, mehr Stimmen, als der
Oberbürgermeister 2025 bei seiner Stichwahl erhielt.
Ein so klar geäußerter Bürgerwille muss Grundlage politischen Handelns sein.
(Bürgerentscheid November 2020)
Der Rat hat die Bäderlandschaft 2020 beschlossen, danach Machbarkeitsstudien und den Planungsauftrag zum Melbbad. Die frühere Oberbürgermeisterin hat bei öffentlichen Veranstaltungen die Wiedereröffnung wiederholt zugesagt und einen Generalplaner beauftragt. Auch der heutige Oberbürgermeister sowie mehrere Parteien haben im Wahlkampf 2025 Erhalt und Sanierung des Melbbads gefordert. Wer diese öffentlichen Zusagen nun bricht, verspielt das Vertrauen in die politische Verlässlichkeit.
Jetzt sofort:
Alle wahlberechtigten Bonnerinnen und Bonner – ab 16 Jahren, mit Hauptwohnung in Bonn, deutsche oder EU-Staatsangehörigkeit. Der Stadtbezirk ist egal: Godesberger und Beueler Stimmen zählen genauso wie Poppelsdorfer.
Der von der Stadt beauftragte Generalplaner berechnet die Erneuerung mit ca. 23,9 Mio. Euro; mit Risikozuschlag und Baupreissteigerung nennt die Stadt ca. 29 Mio. Euro. Der Rat hatte 2022 ausdrücklich nur die „absolut notwendigen Maßnahmen“ beauftragt – ob die Planung in diesem Auftrag geblieben ist und was sich am Umfang geändert hat, hat uns die Stadt bis heute nicht beantwortet. Zwei Machbarkeitsstudien ermittelten Kosten von ca. 10 Mio Euro, die auch damals für Planung und Umsetzung in den Haushalt gestellt worden sind. Wir würden gerne verstehen, wie die Berechnung nun auf das 3-fache wachsen konnte. Wir haben auch gefragt, welche Risiken die Stadt mit 13,7% Zuschlag einpreist. Zum Vergleich: Für eine Sanierung des Stadthauses rechnete die Stadt 2024 mit 10% Risikozuschlägen.
Als jährliche Kosten nennt die Stadt 1,43 Mio Euro. Davon 400.000 Euro Betriebskosten und 1,03 Mio Euro Personalkosten. Wir haben einige Fragen hierzu und warten auf Antworten der Stadt: Erstens berücksichtigt die Stadt keine Einnahmen. Zweitens liegen uns Daten aus dem Jahr 2011 vor und wir würden die Differenz gerne genau verstehen: 2011 betrugen die jährlichen Zuschusskosten 222.600 Euro, zusammengesetzt aus 142.900 Euro Betriebskosten und 197.100 Euro Personalkosten bei Einnahmen von 117.400 Euro. Die geplante Umstellung von Heizung mit Gas zu erneuerbaren Energien sollte unserer Einschätzung nach bei höheren Investitionskosten bei den Betriebskosten zu Vorteilen führen.
Unser Ziel ist, das Bürgerbegehren schon vorher abgeschlossen zu haben – dann tritt eine Sperrwirkung ein und der Rat kann nicht die Aufgabe des Bades beschließen. Und wenn der Rat sich unserem Begehren nicht anschließt, entscheiden am Ende die Bonnerinnen und Bonner per Bürgerentscheid. Wie 2020.
Ein saniertes, öffentliches Freibad wie früher – naturnah und bezahlbar, wie es 74.955 Bonnerinnen und Bonner (77 %) bereits 2020 wollten.
Aus unserer Sicht nicht. Die aktuellen Planungen für die Bonner Bäder berechnen nicht die Folgekosten: beim
Melbbad etwa für Abriss, Hangsicherung, Entschädigung des Generalplaners, bei Frankenbad und Melbbad für Investitionsbedarf der Nachnutzungen und bei den Freibädern Friesdorf und Rüngsdorf für Sanierungs- und Betriebskosten bei geplanter Übergabe an Vereine. Auch ist bislang vollkommen offen, ob das Römerbad überhaupt zum Kombibad umgebaut werden kann.
Der Mangel an Bäderfachkräften ist eine lösbare Daueraufgabe. Weil die Bezahlung in Bonn nicht konkurrenzfähig ist, wandern Bäderfachkräfte immer wieder zu attraktiveren Arbeitgebern ab. Bessere Arbeitsbedingungen und eine höhere Ausbildungsquote, ein gezielterer Einsatz der Kräfte für fachspezifische Aufgaben, der Einsatz von Rettungsschwimmer-Aushilfen und digitale Überwachungstechnik können Abhilfe schaffen.
Ein Naturbad ist aufgrund seiner begrenzten biologischen Reinigungsleistung auf eine streng limitierte Besucherzahl angewiesen. Im Melbbad wären statt der vier bis fünftausend Badegäste nur noch wenige Hundert Badegäste pro Tag möglich. Eine mehrstöckige Kletterhalle oder mehrere Padel-Boxen würden die Kaltluftschneise beeinträchtigen und die grüne Oase Melbbad zerstören. Zudem sprechen solche sportlichen Angebote nur ein kleines Publikum an und können die Bade- und Erholungsfläche für alle nicht ersetzen.
Das Bäderkonzept von 2020 sichert ausreichende Schwimmzeiten für das gesetzlich vorgeschriebene Schulschwimmen. Auch Freibäder sind verschiedentlich dafür genutzt worden. Sie bieten Kindern überdies einen sicheren Ort, um die erlernten Schwimmfähigkeiten zu üben und zu vertiefen. Vereine haben das Schwimmenlernen durch Schwimmkurse unterstützt, wie z.B. der Melbbadverein, insbesondere in den Ferien.
Nein. Das Begehren wird von Bürgerinnen und Bürgern getragen und vom Verein Unser Melbbad e. V. unterstützt. Wir arbeiten mit keiner Partei zusammen – 2020 haben Menschen quer durch alle Lager für das Melbbad gestimmt.
Vertretungsberechtigte des Bürgerbegehrens sind Dr. Kai Schröder (Initiator des erfolgreichen Bürgerbegehrens von 2020), Helga Effelsberg (stellvertretende Vorsitzende des Vereins Unser Melbbad e. V., Mitunterzeichnerin des Bürgerbegehrens 2020) und Beate Saul (ehemalige Bonner Ratsfrau, als Privatperson). Getragen wird das Begehren von Bonnerinnen und Bonnern, unterstützt vom Verein Unser Melbbad e. V. – der auch die Entwürfe beigesteuert hat, auf denen die vom Rat beschlossene Sanierungsplanung beruht.
📄 Unser Flyer mit den wichtigsten Argumenten zum Ausdrucken und Herunterladen
📄Unterschriftenliste zum Ausdrucken
📄 Gemeinsame Position von Bürgerinitiative und Verein Unser Melbbad e. V.: Warum das Melbbad bleiben muss
📄 Das Melbbad erhalten – Gesundheit braucht Orte von Prof. Dr. med. Hans-Georg Predel und Prof. Dr. Georg Rudinger
Alles, was wir schreiben, ist belegt – hier zum Nachlesen:
Initiative Rettet das Melbbad · Impressum / Datenschutzerklärung · Kontakt: rettetdasmelbbad@gmail.com